Leider gibt es nur wenige Zeugnisse der präkolumbianischen Geschichte. Ebenso wie die zur Zeit der Entdeckung Nordamerikas im heutigen Kanada und in den USA lebenden Indianerstämmen waren wohl auch die Guaraní, auf welche die Spanier bei ihrer Ankunft im heutigen Paraguay trafen, ursprünglich aus Ostasien über die Beringstraße nach Alaska gekommen, von wo sie im Laufe von Jahrhunderten durch den Nordteil des Kontinents über Mittelamerika bis ins Herzland Südamerikas vorstießen. Auf Grund von Funden steinzeitalterlicher Wandmalereien in den Höhlen von Cerro Guazú entstanden Theorien über eine frühe Besiedelung durch die Wikinger, da eine enge Verwandtschaft der Schriftzeichen der Guaraní mit denen der skandinavischen Wikinger zu erkennen ist. Die Guaraní lebten als Halbnormaden und betrieben extensiven Ackerbau. Bei der Ankunft der Spanier zählten sie noch Hunderttausende von Menschen. Wie jedoch schon der Name Guaraní (Krieger) erkennen lässt, waren sie ein besonders kriegerisches Volk und litten infolge ihrer ständigen, verlustreichen Kämpfe gegen das Übermächtige Inka-Reich an chronischem Frauenüberschuss.
(Quelle: Mai`s Weltführer Nr.11, S.36: ISBN 3-87936-240-8)
Paraguay um 1790 durch den Tripel-Alianz Krieg verlor Paraguay große Landteile